| 07:00 beim goldenen M in der Wienerstrasse. Die Meute sammelt sich und aus dem leeren Gesichtsausdruck läßt sich schließen, dass die morgendliche Koffeindosis bei weitem noch nicht zufriedenstellend ist. Doch der Wermutstropfen ist, dass der Fast-Food-Nahversorger erst um 08:00 seine Pforten öffnet. Darum heißt es "Aufsitzen" und die Reise in den Norden aufzunehmen. 08:30 beim goldenen M in Liezen. Kaffee! Frühstück! Die Gemüter erreichen einen zufriedenen Zustand. Anita und Rüdiger beschließen, einen Geo-Cache unter der nahen Brücke zu holen, doch das Vorhaben wird dadurch vereitelt, dass sich unter der besagten Brücke irgendjemand sein Schlafzimmer eingerichtet hat. Ein Anruf von Peter. Er verspätet sich. Die Zündspule seiner Limousine ist deffekt, er fährt nur mehr "auf drei Beinen". 09:30 Ankunft in Moosheim. Die herzliche Begrüßung des Schlossherren und die romatische Lage des Schlosses füllen unsere Gesichter mit gespannter Erwartung. Im Innenhof steht ein großer Kirschbaun, dessen ausladende Äste einen idealen (und auch einzig möglichen) Unterstand für unser Zelt und Sonnensegel bieten. Die Fahrzeuge werden entladen und das Lager aufgebaut. Komplikationsfrei und zügig. Schon mal ein gutes Zeichen. 10:30 im fertigen Lager. Geschneutzt, gekämmt und gewandet bereiten wir uns auf den Einzug vor. Die Tanzgruppe Saltarello aus Kapfenberg ist ebenfalls schon eingetroffen, der örtliche Schmied hat seine Esse aufgebaut und das Klingen des Hammers und das Kreischen der Flex dröhnen in den Innenhof. Das Kommando zur Aufstellung für den Umzug kommt. 11:00 nach dem kürzesten Einzug den wir je erlebt haben. Keine elendslangen Hatschereien durch das Dorf sondern einfach ein symbolischer Einzug in den Innenhof. Sehr angenehm! Es folgen nun die Reden der Kommunalpolitiker, wie bei jedem Fest am Land so üblich. Danach eine Lesung aus der Burgchronik und eine Segnung der örtlichen Pfarrerin. Während dieser Programmpunkte beobachten wir die Bäuerinnen am Versorgungsstand neben uns, wie sie frische "Roggerne Krapfen", "Siaße Krapfen" und "Trompetenkrapfen" zubereiten. Zeit für das zweite Frühstück. 13:30 in der Kampfarena. Aufgrund des kleinen Innenhofes fiel der Kampfplatz nicht allzu groß aus, doch es reicht für unsere Ansprüche genau aus. Die Musikanten der "Saltarellos" spielen vor Beginn unseres Kampfes ein Stück, das Publikum wird aufmerksam. Da Max krank zu Hause liegt haben wir nur drei anstatt vier Paarungen, die dem Publikum die Czynner-Vorführung darbieten. Hely's Bodyaction ist faszinierend wie immer, "...musst schon fester andrücken Heinz, damit ich weiter fliege...", Peter scheppert richtig schön, wenn er zu Boden geht, da Vollplatte. Mio verbiegt sich in gewohnter Manier und Hoagie ärgert sich als Sprecher über die leistungsschwache Anlage. Der Auftritt ist ein Erfolg. 14:00 - 17:00 und die Hitze ist fast unerträglich. Beinlinge werden runtergerollt, Tuniken werden ausgezogen. Sind wir froh dass wir ein Sonnensegel haben! Die Versorgung mit Essens- und Getränkemarken klappt wunderbar, neben den erwähnten Krapfen werden leckere "Schlossfladen" angeboten, gefüllt mit Fleisch und Kraut. Der Gastgarten ist voll, die Stehtische zum Großteil auch. Der Schlossherr ist immer unterwegs, jedoch stets mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. Die Tanzgruppe Saltarello führt ihre Tänze vor, ja sogar das Publikum tanzt begeistert mit. Es wird wieder Zeit sich zu Rüsten, der Hexenprozess steht bevor. 17:00 in der Kampfarena. Peter verzichtet ganz auf technische Unterstützung und macht das Publikum mit einem lauten "Bluot!" auf unseren Auftritt aufmerksam. Nach der kurzen Einleitung stellt sich "Rutschger" ins Rampenlicht und begeistert das Publikum und uns mit seiner flammenden Hetzrede gegen die Hexen. Schnell wird eine Schuldige gefunden, doch da die vermeindliche Hexe nicht ganz Rutschgers Ideal entspricht, wird die Dame aus dem Publikum noch mit roten Haaren, einem Hexenhut, einem Besen und unzählig Getier "gepimpt". Die Hexenverbrennung könnte somit beginnen, wenn da nicht der Vogt von Wolkenstein was dagegen hätte. Nach einem heftigen Wortgefecht wird zu den Waffen gegriffen und schließlich der böse Aufhetzer Rutschger vom (erstmals!) braven Hartnit niedergestreckt. Der Apllaus war das Schwitzen wert. 18:30 im Lager. Das Fest geht dem Ende zu, wir verstauen unsere Ausrüstung und bauen das Lager ab. Wieder zügig und komplikationsfrei. Ein Abschluß-Saft mit dem Schlossherren muss jedoch noch sein. Im gemütlichen Gewölbe des Restaurants okkupieren wir sogleich zwei Tische und lassen den Tag Revue passieren. Der Schlossherr gesellt sich zu uns und plaudert aus dem Nähkästchen. Nach dem Eintragen in die Schlosschronik und einer herzlichen Verabschiedund machen wir uns auf den Weg zurück in den tiefen Süden. Fazit Das Fest war sowohl für uns als auch für den Veranstalter ein großer Erfolg. Die Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Großzügigkeit hat uns sehr beeindruckt. Auch Ernst Schrempf war seinerseits frohen Mutes, wir haben auch offensichtlich einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen. Das Ambiente im Schloss Thannegg war hervorragend für die Art von Fest, es wären aber durchaus noch Ressourcen vorhanden, um in Zukunft eine größere Veranstaltung auszurichten. Auf diesem Wege noch ein Dankeschön an den Veranstalter, und es bleibt mir nur noch zu sagen, dass es für mich ein perfekter Einstieg in die heurige Saison war! Anshelm |
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